Behörden 5 Kampf oder mein Weg zur offiziellen Registrierung

Veröffentlicht: 21.10.2013 in Abenteuer Belgrad
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Wie in jedem Land das etwas auf sich hält, so muss man sich auch in Serbien bei den entsprechenden Behörden registrieren um nicht als illegaler Einwanderer zu gelten. Und als guter Deutscher mach ich das natürlich auch 😉

Bevor man überhaupt ans registrieren denken kann, braucht es natürlich diverse Papiere. Welche das sind, sagt einem die Webseite der Registrierungsbehörde. Die da wären:

  • Reisepass
  • zwei Passbilder
  • ein Formular in dreifacher Ausfertigung, in Serbisch(!)
  • ein Empfehlungsschreiben des Institutes bei dem ich arbeite, auch in serbisch
  • eine Bescheinigung der Krankenkasse, das ich krankenversichert bin, in serbisch
  • meinem Mietvertrag, in serbisch

Alles Papiere, die recht einfach zu besorgen sind, bis auf das Empfehlungsschreiben. Das ist eigentlich auch einfach, aber das dauert halt bis es durch die Instanzen ist.

Registrierung

Inadequately dressed persons are not allowed into building – Da fragt man sich schon, was der ein oder andere angehabt hat, als er hier war. Oder hatten einige gar garnichts ….

Ist man dann an Tag eins, das erste mal bei der Registrierungsbehörde, wird einem mitgeteilt, das die Webseite nicht mehr aktuell ist. Das hatten wir auch geahnt, aber leider gibt die Behörde telefonisch keine Auskunft 😉

Anstelle dreier Formulare braucht es jetzt nur noch eins. Dazu kommt

  • ein Bestätigungsschreiben der EU Delegation, das ich ihr Projekt auch tatsächlich koordiniere und sie mich bezahlen
  • ein Nachweis, das ich auch Geld habe, dazu reicht eine Kopie der Kreditkarte
  • ein Lebenslauf, natürlich auf Serbisch
  • eine kleine weiße Karte als Bestätigung der Polizei, das ich an dem Ort wohne, an dem ich mich anmelden will

Hier muss ich mal kurz meinen „Eingeborenen“ Kollegen I. erwähnen, ohne dessen Sprachkenntnisse wäre ich wohl im serbischen Behörden Dschungel sag und klang los untergegangen wäre. Danke!

Irgendwie hatten wir schon damit gerechnet, das wir an Tag eins nicht alles geschafft bekommen. Und wir durften dann erst mal zur Polizei meines Bezirks fahren und die kleine weiße Karte zu bekommen. Nachdem wir die Polizei gefunden hatten, war die Karte serbisch unbürokratisch sofort zu bekommen. Damit war Tag eins dann aber auch gelaufen.

Zwei Tage später sind wir wieder zur Registrieungsbehörde. Dieses mal relativ gut mit Papieren bewaffnet.

Auch in Serbien kostet das legale Anmelden Geld. Zusammen etwa 140€, kein Schnäppchen. Ich hoffe Chef bezahlt das. Nachdem alle Papiere durch gestempelt waren, ich darauf hingewiesen wurde, die fehlenden Papiere innerhalb von 30 Tagen vorbei zu bringen und ich einen Termin für eine persönliches Interview(!) bekommen habe, war auch Tag zwei schon vorbei.

An Tag drei war das Interview. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was von mir erwartet wurde. Ich sah mich schon in einem kahlen Kellerraum auf einem Stuhl sitzend in eine Batterie von Scheinwerfern starren und einem großen breitschultrigen behaarten Polizisten im Unterhemd Rede und Antwort stehen. Da auch meine Kollegen keine Ahnung hatten was mich erwartet, sie aber einen heiden Spaß hatten, die Story auszubauen, war ich nur äußerlich relaxt, als ich zum Interview erschien. Kein Mann, eine Frau vielleicht zwischen 20 und 30 Jahren und in zivil, war dann mein „Verhörspezialist“. Eigentlich war ich etwas enttäuscht 😉 Das Interview bestand im großen und ganzen aus Fragen zu meiner Person, Alter, Beruf, Studium, Wehrdienst und Fragen über meine Frau, Alter, Ausbildung, Beruf und das gleich noch über meine Eltern und Geschwister. Das war es dann.

Tag vier bestand  daraus, die fehlenden Papier mal kurz vorbei zu bringen. Daraufhin wurde mir bestätigt alles abgeliefert zu haben, was benötigt wurde und ich meinen Reisepass am Ende der 30 Tages Frist bei ihnen abgeben muss um ihn am gleichen(!) Tag mit eingeklebter Registrierung wieder zu bekommen. Wozu ich jetzt die restlichen Tage warten sollte war mir unklar. Wahrscheinlich war die Direktleitung zur NSA verstopft 😉

Dann passierte mir ein Missgeschick bei der zwischenzeitlichen Ausreise. Ich habe den kleinen weißen Zettel im Reisepass gelassen und schwups wurde der bei der Ausreise einkassiert. Ich solle mir bei der erneuten Einreise wieder einen neuen besorgen, wurde mir mitgeteilt. Wenn es den am Flughafen geben würde, wäre das auch einfach. Aber dazu musste ich wieder zur Polizei.

Das habe ich dann auch gemacht. Und mir relativ Stress frei den Zettel erneut besorgt, um dann Tags drauf zu erfahren, das ich ihn nun nicht mehr brauche. Ok, kapiert, daher zähle ich den Tag auch nicht mit 😉

„Erster“ Tag fünf Morgens war dann der D-Day. Hin zur Registrierung, Pass abgeben. Leider falsche Schlange erwischt. Steht ja auch nur  in kyrillisch dran. Da ich nicht noch mal eine Stunde in der Schlange stehen wollte, bin ich stattdessen arbeiten gegangen.

„Zweiter“ Tag fünf Morgens. Zur Vermeidung jeglicher Schlangen bin ich schon relativ früh zum Amt gegangen. Und siehe da, Reisepass abgeben, klappt innerhalb einer Minute. Das ging so reibungslos, das ich das Gefühl hatte, was elementares Übersehen zu haben.

Am Tag fünf Nachmittags durfte ich den Pass wieder abholen. Und siehe da, ich hatte nichts vergessen. Ich hatte das Abziehbild der Registrierung im Pass kleben.

Geschafft!

Ab nun dürfte ihr mich Matthiasovic nennen 😉

PS.: Den kleinen weißen Zettel habe ich ab jetzt im Portemonnaie steckten. Für den Fall, das ich den doch mal brauche. Nur am Flughafen zeige ich ihn nicht mehr vor 😉

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Kommentare
  1. Anonymous sagt:

    Um was geht es eigentlich?

    • geining sagt:

      Sorry, habe Deinen Kommentar gerade erst gesehen.

      Es geht um die behördliche Registrierung (Aufenthaltserlaubnis), die notwendig ist, wenn Du länger als 3 Monate als Ausländer in Serbien lebst. Eigentlich ist die nicht wirklich notwendig. Zumindest bin ich nicht einmal auf der Straße kontrolliert worden. Man wäre halt illegal. Hätte auch eine interessante Erfahrung sein können 😉

      Gruß
      Matthias

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