Passive Bewaffnung, mein Vorschlag für das Unwort des Jahres

Veröffentlicht: 03.06.2013 in Politik
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Nachdem ich die Bezeichnung bei der diesjährigen Blockupy Demo in Frankfurt aus dem Munde der Polizei gehört habe, habe ich mich erst mal gefragt, was das ist. Die Polizei versteht darunter Regenschirme, Schilder und ähnliches. Ernsthaft! Äußerst gefährliche Gegenstände also, die in den Händen von potentiellen Massenmördern sprich Demonstranten nichts zu suchen haben.

Wenn das unter „Passive Bewaffnung“ fällt, dann muss ich annehmen, dass das Weglassen meines morgendlichen Kaffees einem vorsätzlichen Angriffskrieg gleich kommt. Dann wollen wir mal hoffen, das die UNO nicht morgen früh bei mir vor der Tür steht, denn mir ist der Kaffee ausgegangen 😉

Ich halte diese Bezeichnung für den gezielten Versuch, alle Demonstranten grundsätzlich in ein negatives Licht zu rücken, da jeder Demonstrant nach dieser Definition bewaffnet ist. Dadurch lässt sich auch jegliche polizeiliche Maßnahme bis hin zur Auflösung oder Einkesselung von Demonstrationen in den Augen der Öffentlichkeit rechtfertigen.

Früher sagte man dazu Propaganda. Was in diesem Zusammenhang eine aktive Waffe ist. Eine Waffe, mit der Massiv versucht wird, Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht in den Augen der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Denn die Öffentlichkeit hört nur noch Bewaffnung und hinterfragt gar nicht, was das kleine Wort passiv bedeutet, wenn sie es überhaupt bemerkt. Ein Schelm, wer annimmt, dass das ohne Hintergedanken benutzt wird. Genauso wie die Einschränkung der Demonstrationsfreiheit ja auch nur unserem Schutz dient.

Ich schlage vor, die Bezeichnung „Passive Bewaffnung“ als das Unwort des Jahres 2013 zu küren.

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