Bericht vom ersten Hessen Campus in Rodgau, 25.03.2012

Veröffentlicht: 27.03.2012 in Hessen, Piratenpartei
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Hintergrund

Der Hessen Campus ist eine Veranstaltung auf dem der Landesverband Hessen der Piratenpartei versucht politisch und thematisch sein Programm zu erweitern. Auf der Veranstaltung wurden Themen vorgestellt und diskutiert, die in Anträgen auf dem Landesparteitag münden können und darüber hinaus Einzug in unser Programm bekommen. Ein Nebeneffekt der Veranstaltung ist, das Bestreben den Landesverband untereinander stärker zu vernetzen.

Die Planungsphase der Veranstaltung war sehr kurz. Bis zum Landesparteitag am 19/20.05.2012 ist nicht viel Zeit. Zudem sollen vorher mehr als ein Hessen Campus durchgeführt werden. Ursprünglich war angedacht den Hessen Campus zweitägig zu machen, aber für das erste mal waren dazu keine geeigneten und bezahlbaren Räumlichkeiten zu bekommen. Der nächste Hessen Campus in Gießen wird zweitägig sein.

Die Planungscrew war überschaubar aber sehr effektiv und hat sehr gut zusammengearbeitet. Von der Organisation der Räumlichkeiten, über die Themenauswahl bis hin zur Abstimmung der Workshops waren unsere wöchentlichen Meetings sehr effizient. Trotz oder vielleicht gerade wegen der Kürze der Zeit war der Wille, die Veranstaltung zu ermöglichen, groß. Selbst das Streamen der Veranstaltung, das zwar geplant war, aber Mangels Manpower zwischenzeitlich fallen gelassen wurde, konnte durch persönlichen Einsatz einiger Orga Mitglieder zumindest für einen Raum ermöglicht werden.

Showdown

Am Sonntag (25.04.2012) war es dann so weit. Das Orga Team hat sich um 8:30 Uhr getroffen, um bei schönsten Wetter die Aufbauten durchzuführen. Dummerweise war das der Sonntag der Zeitumstellung auf Sommerzeit. Was es nicht gerade erleichterte pünktlich in Rodgau zu sein. Das Orga Team war davon weniger betroffen. Referenten und Teilnehmer schienen vom plötzlichen Einfall der Sommerzeit doch mehr überrascht worden zu sein. Trotzdem kam es zu keinen Ausfällen. Alle Workshops konnten durchgeführt werden. Und als es Morgens um 10:20 Uhr endlich los ging, waren bereits 55 Teilnehmer anwesend. Somit dürfte auch dem überwiegenden Teil der Teilnehmer die Veranstaltung wichtiger gewesen ein als ihr Schlaf. 😉

Etwas schade war, dass das Bundesbildungstreffen in Frankfurt am gleichen Wochenende in Frankfurt stattfand. Was auf beiden Seiten sicherlich zu einigen Verlusten geführt hat. Leider ist es nicht ganz einfach Termine so zu koordinieren, das jeder dran teilnehmen kann.

Workshops

Mein erster Workshop, den ich besucht habe, war zum Thema „Wirtschaft zwischen Globalisierung und Re-Regionalisierung“. Der gut besuchte Workshop hatten nach kurzer Einführung durch Hans Jürgen Eisner, eine sehr offene und intensive Diskussion erzeugt. Persönlich hat es mich sehr erfreut, dass hier mehrheitlich der Mensch im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Bemühungen steht. Leider ist die derzeitige Wirtschaftspolitik der Bundesregierung weitestgehend auf „Höher, Schneller, Weiter“, Gewinne und das „Wohl der Wirtschaft“ ausgerichtet. Vergisst dabei das Wirtschaft nicht zum Selbstzweck existiert, sondern nur um uns alle ein Überleben zu sichern. Eine Situation, die mir zusehends Bauchschmerzen bereitet. Als Resultat des Workshops wird es einige Pads geben, auf denen wir die gefundenen Ideen weiter bearbeiten werden.

Nach der Mittagspause, bei der wir den Pizzaofen des angeschlossenen Restaurants fast zum explodieren gebracht haben und uns das völlig überlastete Personal in den Wahnsinn getrieben hat, ging es um 14 Uhr weiter.

Ernst Preussler und Jan Leutert hielten einen kombinierten Workshop zum Thema „Gliederung und Aufbau des hessischen Wahlprogramms“ und „Positionspapiere, Wahlprogramm und Grundsatzprogramm“. Beide stellten ihre unterschiedlichen Thesen vor. Intensive Diskussionen und hitzige aber fruchtbare Debatten waren die Folge. Ein Thema, das in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist die Abschaffung des Wahlprogramms am Ende einer Wahlperiode oder per Beschluss auf einem Parteitag. Ein Punkt, von dem ich persönlich hoffe, das er nicht umgesetzt wird. Ein Wahlprogramm kann nicht die Aussage nur für eine Wahlperiode sein und anschließend machen wir etwas ganz anderes. Oder noch schlimmer, solange wir in der Opposition sind, fordern wir das Wolken-Kucksland und wenn wir dann Entscheidungen treffen müssen, verabschieden wir fix ein neues Wahlprogramm und vergessen unsere alten Vorsätze. Das erinnert mich sehr an die Alt-Parteien. Ich halte das für unehrlich! Auch in einem Wahlprogramm müssen wir Kontinuität zeigen. Es wäre eher darüber nachzudenken, ob wie überhaupt ein Wahlprogramm brauchen oder ob sich unsere Thesen nicht grundsätzlich aus unserem Grundsatz- und Kernprogramm ableiten lassen.

Aber auch bei diesem Workshop lag die Masse der Teilnehmer, trotz harten Diskussionen, weniger weit auseinander, als so manche Diskussion auf unseren Mailinglisten vermuten lässt.

Als letztes hat Jens Fricke einen Workshop zum Thema „Programmatische Abstraktion von Politikstil auf Tagespolitik vs. programmatische Positionierung zu Einzelthemen“ gehalten und dabei das Entscheidungsdilemma bei kurzfristigen politischen Tagesthemen zwischen Piratenmeinung, Mitbestimmung, Basisentscheidung und gesundem Menschenverstand dargestellt. Auch hier haben die etwa 20 Teilnehmer heftigst miteinander diskutiert, um auch hier festzustellen, dass trotz vieler Kontroversen alle im gleichen Boot sitzen.

Insgesamt gab es auf dem Hessen Campus 9 Workshops, von denen immer drei parallel gelaufen sind. Systembedingt konnte jeder nur an 3 Workshops teilnehmen, was aber keine Wertung über die anderen Workshops sein soll. Das Feedback, was ich zwischenzeitlich über die anderen Workshops bekommen habe, war auch dort sehr positiv. Schade ist, dass wir nur jeweils einen Workshop aufzeichnen konnten. Schön wäre es in Gießen alle Workshops aufzuzeichnen, um später die „verpassten“ Workshops ansehen zu können.

Afterwork Wahlparty

Nach der obligatorischen Feedback Runde, die auch Online fortgesetzt wird, ging der Abend in die hessische Saarlandwahlparty über.

Als die erste Hochrechnung pünktlich um 18Uhr 7,5% und 4 Sitze für uns ergab, war der Jubel nicht mehr zu bremsen. Nach einem solchen Tag, kam mir das Wahlergebnis wie die verdiente Belohnung der anstrengenden Arbeit vor. Wir sollten den nächsten Hessen Campus auf die NRW und Schleswig Holstein Wahl legen. Das motiviert ungemein. 😉

Mit vereinten Kräften haben wir noch den Abbau bewerkstelligt, um uns gegen 20 Uhr langsam aufzulösen.

Ziel

Ziel des Hessen Campus war es den Landesverband programmatisch voran zu bringen. Ob dieses Ziel erreicht wurde, wird sich auf dem nächsten Landesparteitag zeigen, wenn möglichst viele der diskutierten Themen in Programmanträge münden. Wenn diese dann noch positiv Abgestimmt werden, hat das Hessen Campus, die gesteckten Erwartungen erreicht.

Ausblick

Am 21./22.04.2012 wird der nächste Hessen Campus in den Gießener Kongresshallen, Berliner Platz 2 stattfinden. Die Planung dazu hat bereits begonnen.

Themen können in diesem Pad gesammelt.

Das Orga Team sucht noch Verstärkung und trifft sich am 29.03.2012 um 21:15Uhr im Hessischen Telkoserver 06917536743 Raum 1530#

Außerdem werden noch ein oder mehrere lokale Ansprechpartner für die Vorort Orga gesucht.

Fazit

Mein persönliches Fazit: Nachdem wir eine relativ kurze Planungsphase hatten, um dieses Event zu realisieren, waren wir alle doch sehr davon überrascht, dass über 80 Personen aus allen Teilen von Hessen teilgenommen hatten. Dafür hat sich die viele Arbeit wirklich gelohnt und gibt uns einiges an Motivation, die nächste Veranstaltung in Gießen vorzubereiten.

Danke an alle Teilnehmer und an das Orga Team.

Matthias

Anmerkung: Stream und weitere Links werden hier veröffentlicht, sobald sie Online sind.

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